Du stehst morgens auf und gehst erstmal in die Küche, um dir einen Kaffee zu machen und deine Laune sinkt rapide. SCHON WIEDER: zwei dreckige Töpfe, Besteck und Teller in der Spüle und der Geschirrspüler ist bereit ausgeräumt zu werden. “Warum können die ihre dreckigen Sachen nicht einfach abspülen, wenn der Geschirrspüler voll ist? Wieso bin ich jetzt wieder die Person, die das in den Geschirrspüler packen muss?”
Wir stoppen hier mal kurz. Ich muss ehrlich sagen, ich finde mich in dieser Schilderung nur allzu gut wieder und glaubt mir, in einem WG Leben kann das durchaus vorkommen. Wir müssen uns hier nur eine Sache bewusst machen. Solche Dinge fühlen sich dann in Momenten vielleicht so an, als würden sie absichtlich passieren, vor allem wenn das häufiger vorkommt. Meistens ist das aber gar nicht so. Menschen haben einfach verschiedene Wahrnehmungen von Ordnung und Sauberkeit. Was für eine Person viel zu chaotisch ist, stört die andere Person überhaupt nicht bzw. ist für sie vielleicht nicht mal Chaos.
Den Fehler, den man nicht machen sollte und ich sag euch ganz ehrlich, been there – done that, ist, dass man es dann einfach selbst macht, bevor man es anspricht. Ein-, zwei, drei- vielleicht sogar viermal und man denkt sich nur: “Wie kann es sein, dass niemand merkt, dass ich ständig allen hinterher räume und wie genervt ich davon bin?” Naja, ganz einfach – du sprichst es nicht an.
Wir machen wir das besser?
Warte nicht auf den richtigen Moment, sondern sag es einfach: “Hey, ich merke einfach, dass es oft der Fall ist, dass ich aufwache und dein dreckiges Geschirr noch in der Küche steht. Mich stört das und wäre es möglich, dass du das einfach noch abspülst? Das wäre mir wichtig.” Wenn eure WG-Dynamik generell gut ist und ihr ein Miteinander lebt, ist das Thema damit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit abgeschlossen.
Ihr lebt nicht nur zusammen, ihr teilt euren Alltag. Jeder hat mal schlechte Tage, ist müde oder hat stressige Phasen. Es ist wichtig, dass du das nicht vergisst und auch mal nachsichtig gegenüber deinen Mitbewohner:innen bist. Sprich aus, wenn dich etwas stört, bevor es größer und größer wird. Es geht selten darum, wer Recht hat, sondern eher darum, dass sich alle gesehen und gehört fühlen. Ein harmonisches WG-Leben ist auch Beziehungsarbeit – manchmal herausfordernd und manchmal lösen Dinge etwas in dir aus, was du nicht erwartet hast.
Die Pointe ist, wer hätte es gedacht: KOMMUNIKATION. Seid lieb zu einander, aber steh auch für deine Grenzen und Bedürfnisse ein, respektvoll und ruhig. Du bekommst das hin!
